Weinskandal Special pt. 1: "Give me my wine back!"

Give me my wine back. Weinskandal Artikel Serie Special part 1

 

Mit diesem Zitat warnte Alice Feiring 2001 vor der Technisierung des Weins. Winzer:innen wollten dem einflussreichen Kritiker Robert Parker gefallen. Weine nach seinem Geschmack kreieren. Das Labor und talentierte Weinmacher:innen halfen ihnen dabei. Es war ein hemmungsloser Pakt. Die Möglichkeiten waren grenzenlos. Alles konnte gleich schmecken, egal ob vom Neusiedler See oder aus Kalifornien. Zusatzstoffe, gezüchtete Hefen, Nährsalze, Rezepte - das moderne „wine making“ war geboren. So erfolgreich, dass auf Universitäten und Schulen dieser Denkansatz zur Ausbildung wurde – bis heute. Nach aktueller akademischer Lehre kann man keinen Wein machen ohne Zusatzstoffe!

Die Frage, die sich berechtigt stellt, ist, wie ging das früher?

Fast alle Weine weltweit werden aktuell so gemacht! In Österreich, in Deutschland, überall! Das reicht von ein bisschen Lifting bis zu massiven Eingriffen, wie Aufsäuern oder Zuckern. Obwohl Wein laut Gesetz ein Lebensmittel ist, muss niemand hinaufschreiben, was genau drin ist. Und wo nichts draufsteht, ist ja auch nichts drin! Wie praktisch!

Die Naturweinbewegung war eine direkte Reaktion auf diesen Uniformierungsprozess. Diversität in den Stilen, basierend auf handwerklichem Weinbau der sich aus lokalen Sorten und Traditionen speist. Biolandwirtschaft, spontane Vergärung, keine Zusatzstoffe waren das Credo. Doch still und heimlich schleicht sich wieder Veränderung ein. Die wiedergewonnene Vielfalt und Reinheit sind bedroht. Ein unheilvoller Pakt aus globaler Erderwärmung und vermeintlichem Konsument:innen Wunsch stellen die Weinwelt erneut auf den Kopf.

In den nächsten Monaten werden wir nicht zur Kassandra, die den Weltuntergang sieht, sondern versuchen etwas Licht in das Dickicht zu bringen. Dieser Anstoß kam von einem unserer Lieblingskunden, Arthur, der meinte, nachdem wir ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert hatten, das müsst ihr doch erzählen! Das wissen wir ja alles nicht, was sich da tut! Da bei uns, zumindest manchmal, die Kund:innen König:innen sind, gehen wir diesem Wunsch mit einer Serie von Artikeln nun nach -stay tuned!


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