Benoit Courault

Loire // Frankreich

Benoit Courault mussten wir über 6 Jahre hinterherlaufen. Endlich hat es geklappt. Wir haben zum ersten Mal eine kleine Allokation ergattern können. Er stellt für mich das Bindeglied zwischen den Altmeistern des Naturweins an der Loire und der jungen Generation dar.

Südlich von Angers, im Anjou Noir bewirtschaftet er, teilweise sehr alte, Reben auf dem von schwarzem Schiefer geprägten Boden. Wir haben ja schon öfter unsere Liebe zu den rustikal anmutenden Weinen der Region geäußert. Ihre Stimmung und Mentalität erinnern mich oft an das Elsass. Diese Mischung aus bäuerlicher Bodenständigkeit und absoluten Sternstunden des Naturweins. Ungeschminkt, ungeschliffen. Benoit stammt aus dem Anjou. Früh war ihm klar, nicht die Pferdezucht seiner Eltern zu übernehmen, sondern sein Leben dem Wein zu widmen. Wie so viele startete er in der Sommelerie, doch die Landwirtschaft ließ ihn nicht los. Ab nach Beaune in die Weinbauschule. Ein Lehrplan zwischen Chemie und Spritzmittel. Stationen bei Dominique Derain, Yvon Metras und Eric Pfifferling öffneten ihm die Augen - es gibt noch eine andere Welt! Im Anschluss ging es zurück an die Loire, wo er auch sein heutiges Weingut in Faye d’Anjou fand. Das ist mittlerweile zwanzig Jahre her. Nahezu zehn Jahre lebte er mit seiner Frau in einem Wohnwagen zwischen den Reben. Als Quereinsteiger war es nicht leicht, ein Weingut aufzubauen. Gerade mit einem so perfektionistischen Geist wie Benoits. Vielleicht aus familiärer Nostalgie, vielleicht aus dem unabdinglichen Streben nach Qualität, begann er auch schnell die Arbeit mit dem Pferd und fand seinen Lehrmeister in Olivier Cousin. Wenn man heute in den Weingärten steht, spürt man sofort, dass sie die Früchte von zwanzig Jahren Aufbau und Erneuerung tragen. 

Etwa die Hälfte seiner Weingärten sind mit Chenin Blanc bepflanzt, den Rest teilen sich die roten Rebsorten der Region. Cabernet Franc, Grolleau und ein kleiner Teil Pineau d’Aunis. Die jüngeren Chenin Reben finden vor allem im Le Petit Chemin ihr Zuhause. Ein Abbild der Region. In your face, aber freundlich. Beim Empreinte sind es etwas schwerere Böden, Lehm und Schiefer treffen hier aufeinander. Der wuchtigere und offenere der beiden Weine. 2024 war es sehr nass und kalt an der Loire, die Trauben haben aufgrund der wenigen Sonne mehr Apfelsäure als sonst aufgebaut. Benoits Weine schmecken dadurch präziser und etwas spitzer als sonst. Gilbourg ist so etwas wie seine Parade Lage. Über Jahre hat er die Reben zum Gobelet umerzogen, eine Reberziehung, die primär im Süden Frankreichs genutzt wird. 65 Jahre alte Reben, karger Boden voller Schiefer. Der Weinberg schmiegt sich an eine Kuppe, was ein sehr interessantes Mikroklima ergibt. Alte, große Holzfässer und Zeit. Schon längst ein Klassiker. Les Guinechiens gibt es nicht jedes Jahr. Ein Wein in grandioser Balance, der erst nach einiger Zeit so richtig aufdreht. Die Böden sind hier schwerer, Schiefer trifft auf Lehm. Gerade eben scheint er noch etwas verhalten, doch so langsam bahnt sich eine verführerische Reduktion an. Ein Highlight unserer Loire Reise 2025 war eben diese Fassprobe. 

Benoit macht Weine ohne Dogmen und mit viel Verstand. Er scheut sich nicht davor, etwas Schwefel zu verwenden, füllt aber auch immer wieder Weine ganz ohne ab. Tief verwurzelt in der Region hat er sich klammheimlich zu einem der ganz Großen seiner Zunft gemausert.

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