Die Höhlen von Tarragona!
Ramon Escodas Weine sind punk. Seine Weinberge liegen im Hinterland der Küstenberge von Tarragona. Ein historisches Tal namens Conca de Barberà. Er gilt als Titan der spanischen Naturweinbewegung, ist Mitgründer von Brutal und ein wichtiger Teil der katalanischen Gastronomieszene.
Gründungsjahr: 1997
Region: Katalonien
Ort: Prenafeta
Klima: kontinental
Boden: Ton, Schiefer, Kalkstein
Farming: biodynamisch, nicht zertifiziert
Rebsorten: Chenin Blanc, Garnacha Blanca, Macabeu, Cabernet Franc, Parellada, Garnacha tinto, uvm.
Winemaking: Zero Zero
Bereits zur Gründung des Weinguts stand die biologische Landwirtschaft im Vordergrund. Fairerweise muss man sagen, dass sich das Klima optimal dafür eignet. Wenig Niederschlag, kaum Pilzdruck. Nicht ohne Grund verfügt Spanien über die größte Fläche an biologisch zertifizierten Weingärten weltweit. Neben Reben baut er viele Oliven an und pflegt eine lebendige Polykultur inklusive Viehzucht. Ein ganzheitlicher und vielseitiger Ansatz, der auch im eigenen Restaurant Tossal Gros fortgeführt wird.
Klimatisch unterscheidet sich die Conca de Barberà stark vom Rest Kataloniens. Statt maritimen Einflüssen kommt die Prägung vom Landesinneren. Heiße trockene Tage, extrem kalte Nächte. Die massive Temperaturamplitude sorgt für dieses wunderbare Spiel aus vollreifer Frucht, aromatischer Tiefe und vibrierender Säure. Auch die Böden sind fetter, wir finden hier viel Ton und vor allem Schiefer! Ramons Weine wirken roher, wilder, animalischer als beispielsweise die eleganten Xarel-los von Joan Rubio, obwohl das Weingut kaum 45 Minuten entfernt ist. Spaniens Weinbau ist tatsächlich sehr stark geprägt von den unzähligen Bergketten und Erhebungen, immerhin ist es eines der gebirgigsten Länder Europas.
Die Weine sind trüb und lebendig. Geschwefelt wird schon seit 2007 nicht mehr. Keine Kopfgeburten. Emotionale Statements. Nicht immer blank, nicht immer geradlinig, niemals langweilig! Freudvolle Tropfen.
In den letzten Jahren fand Ramon seine Liebe zum Holz wieder. Alte Fässer aus der Region spielen nun im Einklang mit den Amphoren, die das Weingut berühmt gemacht haben. Die Weine wirken dadurch etwas eleganter, gefestigter, verlieren aber ihren rebellischen Geist nicht. Viva la revolution!