Corentin Houillon

Savoyen // Frankreich

Corentin Houillon! Einer der spannendsten Newcomer der letzten Jahre. Im westlichen Savoyen, en Chautagne. Eingebettet in eine Bergschlucht, nebst er Rhône. Er selbst stammt aus einer der legendärsten Winzerfamilien der Welt. Doch geht seinen eigenen Weg. außerhalb vom Jura. Sein Credo bleibt das Gleiche. Biodiversität aus Biodynamie.

Gründungsjahr: 2019
Region: Savoyen
Ort: Serrières-en-Chautagne
Klima: alpin
Boden: Molasse, Kalkschutt, Sand
Farming: biodynamisch, nicht zertifiziert
Rebsorten: Jacquère, Altesse, Mondeuse, Gamay, Pinot Noir
Winemaking: Zero Zero 

Wer das erste Mal in die Chautagne fährt, wird den eigenen Augen kaum trauen. Folgt man den hügeligen Straße des Haute-Savoie Richtung Südwesten, eröffnet sich plötzlich eine  gigantische Bergschlucht, von Gletschern in den Stein gemeißelt. Links und rechts erheben sich Berge. Alpin, über 1200 m hoch. Die riesige Schneise war einst Teil des Lac du Bourget, des größten natürlichen Sees Frankreichs. Eine schroffe Region, mit kühlen Wintern und viel Niederschlag. Die fein sandigen Böden, förmlich zerrieben von Jahrtausenden glazialer Belastung, speichern kaum Wasser. Sorgen für die ausreichende Drainage bei rund 1200 mm Niederschlag im Jahr. 

Corentin behandelt seine Weinberge als lebendigen Organismus. Versucht, die Bodenverdichtung so minimal wie möglich zu halten. Den Humusgehalt im Boden aufzubauen, um die Anzahl der Mikroorganismen zu steigern. Das steht für ihn in direkter Korrelation zu mineralischen, tiefgründigen Weinen, da diese Organismen den Weg zu tieferen Wurzeln vorbereiten. Seine Begrünung steht das ganze Jahr, wird nicht umgewälzt oder eingearbeitet. Arbeiten, die bei bis zu 40% Steigung im Weinberg ohnehin nicht einfach sind. Maschinelle Weinbergsarbeit erledigt er mit einer kleinen Raupe, Ketten statt Reifen, anders ginge es gar nicht. Er bastelt stetig an seiner Maschinerie, ein Tüftler vor dem Herrn. 

In anderen Regionen würde man seine Weinberge als Monopollage bezeichnen. Direkt hinter dem Weingut, die übrigens schon lange vor ihm den Namen Domaine de Véronnet trug, erstrecken sich seine fünf Hektar. An einem Stück, Mosaikartig verwoben in die feinen Hügel. Nachbarn? Fehlanzeige. Keine Spritzmittelverwehungen, keine Fremdbelastung. Fast eremitisch wirkt sein Schaffen. 

Die Rebsorten sind typisch für die Region. Das Savoyen verfügt über drei unfassbar spannende Rebsorten, die es ausschließlich hier gibt. Jacquère ist klar und kühl wie ein Gebirgsbach. Sie erinnert mich oft an Aligoté oder Welschriesling. Unscheinbare Rebsorten, die in den richtigen Händen Großes vollbringen können. Altesse ist komplexer, tiefgründiger. Die Prinzessin des Savoie. Als drittes im Bunde fehlt noch Mondeuse, der rote Lokalmatador. Würzig und beerig, der Altmeister John Nittnaus ist bis heute überzeugt, dass sie mit seiner Lieblingsrebsorte Blaufränkisch verwandt sein muss! Auch Pinot Noir und Gamay werden seit Jahrhunderten hier angebaut und vervollständigen das Quintett, mit dem Corentin arbeitet. 

Wir verfolgen seine Weine bereits seit dem ersten Jahrgang, seit dem zweiten Release arbeiten wir mit ihnen. Selten schafft es jemand solch ungestüme Energie mit fanatischer Präzision zu vereinen. Wild und ungeschliffen, aber handwerklich einwandfrei gearbeitet. Nothing added, nothing removed.

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